Der Traum vieler Menschen. Ein eigenes Geschäft aufbauen, um seine Ideen umzusetzen. Nicht jede Idee eignet sich zur Selbstständigkeit. Neben einem guten Fachwissen sollten als zukünftiger Existenzgründer Disziplin und Ausdauer mitgebracht werden. Was ist dabei zu beachten?

Selbstständigkeit als Nebenerwerb

Oftmals ist es hilfreich, seine Selbstständigkeit zu Beginn als Nebenerwerb zu betreiben. Der Vorteil besteht in einem weiterhin gezahlten Festgehalt und das Geschäft kann langsam mit einer finanziellen Sicherheit aufgebaut werden. Diese Art der Gründung stellt zumeist ein Kleingewerbe da. Der Neugründer kann zu Beginn unterschiedlichste Privilegien anwenden und steuerliche Vorteile ausschöpfen. Die Existenzgründung kann als Gewerbe über eine Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt oder als Freiberufler über eine Anmeldung beim zuständigen Finanzamt erfolgen. Der gewerbliche Bereich umfasst unter anderem Berufszweige wie Handwerker, Friseure oder Fahrer. Weitere Formalitäten sind zunächst nicht zwingend notwendig. Zu beachten ist jedoch, ob für das Gewerbe ein Meistertitel vorhanden sein muss. Dieses betrifft häufig Berufe, in denen Aufträge an Kunden ausgeführt werden. Liegt beim Existenzgründer kein Titel vor, kann auf Angestellte ausgewichen werden. Wird beim Gewerbeamt keine Rechtsform angegeben, so ist das Geschäft automatisch ein Einzelunternehmen. Der Anmelder haftet somit alleine für die Geschäfte, welche er in dieser Zeit tätigt.

Die Anmeldung als Freiberufler und Scheinselbstständigkeit

Dem gegenüber steht die Anmeldung als Freiberufler wie der Dozent. Ein Freiberufler meldet seine Tätigkeit beim Finanzamt an und erhält automatisch eine neue Steuernummer. Eine Geschäftsbezeichnung mit Namen analog einer Gewerbeanmeldung muss nicht vergeben werden. Der Freiberufler teilt mit, welche Art der Tätigkeit er ausübt. Freiberufler sollten darauf achten, dass keine Scheinselbstständigkeit vorliegt. Das Finanzamt kann von einer Scheinselbstständigkeit ausgehen, wenn der Freiberufler nicht über seine Arbeitszeit und Auftraggeber verfügen kann. Ein typisches Indiz ist die Beschäftigung bei nur einem Arbeitgeber.

Steuerliche Vorteile

Bei der gewerblichen als auch freiberuflichen Tätigkeit wird jeweils der geschätzte Jahresverdienst beim Finanzamt angegeben. Liegt dieser unter 17.500 Euro, wird davon ausgegangen, dass zunächst keine Vorsteuer abgeführt werden muss. Existenzgründungen, deren Umsatz im letzten Kalenderjahr keine 17.500 Euro überschritten haben und der voraussichtliche Umsatz im laufenden Jahr keine 50.000 Euro überschreiten wird, können sich von der Umsatzsteuer befreien lassen. Eine bezahlte Mehrwertsteuer kann in der Steuererklärung nicht geltend gemacht werden, da auch keine Vorsteuer bezahlt wurde. Liegt der Umsatz unter 500.000 Euro und der Gewinn unter 50.000 Euro besteht für den Gründer keine Buchführungspflicht. Es reicht eine einfache Einnahme-Überschussrechnung. Liegt der Umsatz unter 17.500 Euro, muss nicht mal diese erstellt werden. Hier genügt eine einfache, nachvollziehbare Gewinnermittlung.

Die Berechnung der Steuern

Um seine abzuführenden Steuern im voraus zu berechnen, kann auf einen Steuerrechner im Internet zurückgegriffen werden. Da die Besteuerung den gleichen steuerlichen Gesetzmäßigkeiten wie bei einer festen Anstellung folgt, kann mit dem Steuerrechner sehr genau die abzuführende Lohnsteuer ausgerechnet werden. Gelder für eine Existenzgründung können über die KfW-Banken bei einer guten bestehenden Bonität beantragt werden. Zinslose Kleinkredite sind oftmals über Fördergelder einzelner Städte zu erhalten. Informationen darüber finden sich auf den Webseiten der Wohnorte.

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